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Berichte

 

2. Dolomitenfahrt 2005

Administrator (admin) on 10.09.2014

2005 fand vom 3. bis 11.9. die zweite Dolomitenfahrt statt.
Fotos finden Sie hier.

Dolomitenfahrt der Traditionsgemeinschaft Pi. Btl. 310
Krieg und Frieden in majestätischer Bergwelt

Unvergessliche Eindrücke erwarteten die Teilnehmer der neuntägigen Südtirolfahrt der Traditionsgemeinschaft des Pionierbataillons 310: Wunderbares Herbstwetter mit klarster Fernsicht ergänzte und belohnte die hervorragende Planung durch Oberstleutnant Schwarz, die bei minutiöser Vorbereitung immer noch Raum für persönliche Wünsche und spontane Vorschläge ließ.

 Die Traditionsgemeinschaft des Pionierbataillons 310 ist ein Zusammenschluss von ehemaligen Soldaten dieses Bataillons und zivilen Personen und Städten, die mit den Dreihundertzehnern stets eine gute Partnerschaft lebten und erlebten.

 Von daher stand im Programm der kommenden Tage jeder in einem Spannungsfeld: Hier die begeisternde Schau und Erfahrung der Bergwelt der Dolomiten -  dort der bedrückende Eindruck der heute noch sichtbaren Spuren der Dolomitenfront des ersten Weltkriegs, an der sich Italien und der Vielvölkerstaat Österreich erbitterte Kämpfe lieferten und doch beide einen gnadenlosen Feind hatten – die Natur.

 Unbeschwertes Eingewöhnen brachte der 1. Tag. Vom Hotel Schmalzlhof in Oberrasen (www.schmalzlhof.com) im schönen Antholzer Tal aus wurde vormittags eine Käserei in Toblach besichtigt. Nachmittags ging’s als erste vergnügliche Trainingseinheit steil bergauf zum zünftigen Hüttenfest auf der Kumpfl-Alm.

Von da an war – abgesehen von einer Städtefahrt nach Kaltern und Meran mit dem Besuch von Schloss Trautmannsdorff und seiner herrlichen Gärten – Hochgebirge angesagt:

Folgende ganztägige Ausflugs- und Wanderziele begeisterten die Teilnehmer:

 Die Fahrt zum Monte Piana
Nach dem Bustransfer zum malerischen Misurinasee mit seiner vatikanischen Sommerresidenz ging es mit Geländewagen aufwärts. Auf fast Schwindel erregenden Serpentinen wurde das Plateau des Monte Piana erreicht. Bei der Wanderung zum Gipfel in klarster Herbstsonne wirkten die noch erhaltenen Schützengräben und Stellungen der italienischen Armee fast unwirklich. Alle bewunderten den herrlichen Rundblick vom Monte Piana auf Gipfel und Taleinschnitte der Sextener Dolomiten – nicht zuletzt auf den benachbarten Monte Piano mit den Stellungen der Österreicher!

Abend sah man dann im Hotel das absolute Gegenbild zur friedlich-sonnigen Bergwelt, den Film „Der Alpenkrieg, Front in Eis und Fels“.

 Das Alpinidenkmal in Cortina, Falzaregopass und „Kleiner Lagazuoi“
Auf einer Fahrt über Südtiroler Passstraßen mit immer neuen Ausblicken wurde das Ehrenmal für die Gefallenen italienischen Gebirgssoldaten, die Alpini, besucht, ein Ort, der durch das Gedenken an Tausende Gefallene zum Frieden mahnt.

Die Kapelle am Falzaregopass erinnert daran, dass dort ein ganzer Berg unterminiert, eine ganze Bergkuppe weggesprengt wurde ohne Rücksicht auf dort stationierte Soldaten.
Überstanden hat die Wirren des Krieges der Gipfel des kleinen Lagazuoi. Nach der Gondelfahrt zur Hütte unter dem Gipfel gönnten sich einige noch die Kraxelei zum Gipfelkreuz. Besonders Unentwegte stiegen zu Fuß ab, entlang der damaligen in den Fels geschlagenen Stellungen und primitivsten Unterständen für Soldaten.

Abends dann kam Besuch von Major Pelillo vom 2. Eng.-Regiment, stationiert in Trient. Er informierte über die Organisationsform und die Aufgaben der Pioniere im italienischen Heer.

 An den 3 Zinnen und dem Soldatenfriedhof Nasswand.
Sonnig und unbeschwert ließ sich der Besuch der malerischen Hochgebirgsformation der 3 Zinnen an. Ab der Auronzohütte ging es über Lavoredohütte und Paternsattel mit kurzem Gedenken an den verstorbenen ehemaligen Vorsitzenden Oberstabsfeldwebel a. D. Hans-Gerd Groll zur Mittagsrast in die Dreizinnenhütte. Unentwegte bestiegen noch der Aussicht wegen den benachbarten Sextenstein, bevor das Gros auf dem gleichen Weg zur Auronzohütte und zum Bus zurückkehrte. Ganz Unverwüstliche umrundeten die 3 Zinnen komplett!

Auf der Rückfahrt dann wieder das Gegenbild in tief verschattetem Tal: Der Soldatenfriedhof Nasswand gibt noch heute einen Einblick, wie Soldaten unterschiedlichster Nationalitäten für die Donaumonarchie Österreich in den Krieg ziehen mussten und ihr Leben verloren.

 Wanderung auf der Plätzwiese
Alle genossen es: Eine Alm auf dem Hochplateau lud zum Wandern und Staunen ein – und gegenüber der Hütte, die zu fröhlicher Rast einlud, stand an exponierter Stelle ein militärisches Bollwerk, dessen Ausstrahlung durch teilweise Verwitterung in den letzten 90 Jahren keinesfalls friedlicher geworden ist.

 Wanderung entlang des Franziskuswegs
Harmonisch und entspannend war die Wanderung durch ein schmales Nebental des Ahrntals, in gemächlicher Steigung am Bachlauf entlang, an rauschenden Wasserfällen vorbei, ein Weg, so recht geeignet, um an einzelnen Stationen den Sonnengesang des heiligen Franziskus in Text und Bild künstlerisch darzustellen. Die meditative Schau des Menschen im Einklang mit der Natur wurde hier beispielhaft umgesetzt.

So ging die gemeinsame Fahrt der Traditionsgemeinschaft zu Ende: Familiäre Betreuung durch die Wirtsleute vom Schmalzlhof, gute Gemeinschaft in der Gruppe der Teilnehmer, Bewunderung der herrlichen Bergwelt und der tiefe Wunsch nach Mitmenschlichkeit und Frieden waren die prägenden Momente dieser Reise, die für jeden Teilnehmer zum Erlebnis wurde.

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Ende

2005 fand vom 3. bis 11.9. die zweite Dolomitenfahrt statt.
Fotos finden Sie hier.